Sehr häufig wird grade von aktiv am Strassenverkehr teilnehmenden Menschen der Zeitraum unterschätzt, in dem konsumierter Alkohol noch beeinträchtigende Wirkung zeigt. Wer um zwei Uhr morgens 1,3 Promille Alkohol im Blut hat, ist morgens um sieben Uhr noch längst nicht wieder fitt für den Strassenverkehr.
Anhand eines klassischen Beispiels möchten wir Ihnen demonstrieren, wie langsam Alkohol im Körper abgebaut wird. Florian S. 1,75 Meter groß und ca. 80 Kilogramm schwer, trinkt zwischen 19.30 und 23 Uhr Alkohol. Um 24.00 Uhr hat er schon etwa 1,9 Promille Alkohol im Blut, wobei sein Körper nur etwa 0,15 Promille pro Stunde abbaut. Um sechs Uhr morgens liegt sein Alkoholpegel mit 1,3 Promille immer noch weit entfernt von der Fahrtüchtigkeit. Mit verlangsamten Reaktionen, ungenügender Konzentration, unkontrollierten Bewegungen und einer erhöhten Risikobereitschaft, wäre ein am Verkehr teilnehmender Florian S. eine Gefahr für sich und andere.
Gute Kopfrechner werden nun sicherlich sagen, das Florian S. gegen 09.30 Uhr bei etwa 0,5 Promille angekommen sein dürfte, und damit, laut gesetzt wieder bedingt Fahrtüchtig ist. Statistiken aber zeigen, dass die Unfallgefahr gegenüber nüchternen Fahrzeugführern immer noch etwa doppelt so hoch ist und Florian S. selbst noch gegen 10.45 Uhr mit 0,3 Promille Restalkohol im Blut Schwierigkeiten damit hat, Entfernungen korrekt einzuschätzen.
Entwarnung gibt es im Fall Florian S. erst gegen 13 Uhr: Die strapazierte Leber hat den konsumierten Alkohol vollständig verarbeitet - etwa 17 Stunden nachdem Florian S. das erste Bier getrunken hat.
Dabei gilt es auch zu beachten, dass die vom Gesetzgeber eingeführte 0,5 Promillegrenze nur gilt, wenn der Betroffene nicht in eine Verkehrswidrige Handlung involviert ist. Doch liegt darüber hinaus die Grenze zur strafrechtlich relevanten relativen Fahrtüchtigkeit in Deutschlang bereits bei 0,3 Promille. Das bedeutet in der Praxis: Bei einer Gefährdung im Strassenverkehr - dazu kann auch die Verwicklung in einen Unfall zählen - wird immer die Fahrerlaubnis entzogen.
Bei allen Rechenspielchen sollte allerdings niemals ausser Acht gelassen werden, dass die Wirkung von Alkohol auch noch von vielen anderen Faktoren abhänig sein kann, als "nur" vom Geschlecht, der Größe, dem Alter, der Masse und dem Zeitraum, in dem der Alkohol zu sich genommen wird.
So spielt die grundsätzliche körperliche Verfassung eine große Rolle bei der Wirkung des zu sich genommen Alkohols, und auch wer unter physischer oder psychischer Belastung steht, unter Schlafmangel leidet oder Medikamente einnimmt, zeigt häufig völlig von der Norm abweichende Reaktionen bei einer Alkoholaufnahme. Von Seiten der Experten wird deshalb geraten, sich gar nicht erst auf diverse Rechenspielchen einzulassen, sondern das Gefährt bei Alkoholkonsum besser stehen zu lassen, um so erheblich zur Verkehrssicherheit beizutragen.
So langsam baut der Menschliche Körper Alkohol ab |